Was ist Zilgrei ?

Heilung durch Zilgrei

Diese einfache Selbstbehandlungen bestehen aus folgenden Elementen:

1. dynamogene Atmung
2. gezielte Körperstellung bzw. -bewegung

„Dynamogen“ heißt krafterzeugend. Je besser Sie die Atmung beherrschen, um so besser ist der Selbstbehandlungs-Erfolg. Die dynamogene Zilgrei-Atmung unterscheidet sich von der  Bauchatmung durch Atempausen von jeweils 5 Sekunden nach dem Einatmen und Ausatmen.

Dieser Atmungszyklus, einatmen – 5 Sekunden Pause, ausatmen – 5 Sekunden Pause, wird während der Selbstbehandlung fünfmal wiederholt.

Aus dem Resultat der Selbstuntersuchung ergibt sich eine notwendige Körperstellung: für die Selbstbehandlung wird nur diejenige Bewegungsrichtung bzw. Position benutzt, die der symptomauslösenden Seite / Stellung genau entgegengesetzt oder gegenüber liegt.

Beispiel: Eine Drehung nach rechts ist schmerzhaft das heißt symptomauslösend, deshalb erfolgt eine Drehung nach links, in die Zilgrei-Behandlungsrichtung. Das Konzept der Gegenposition gilt für alle Zilgrei-Übungen. In der Praxis bedeutet es, dass die Ausführung der Selbstbehandlungen schmerz- und beschwerdefrei ist, weil nur in der schmerzfreien Bewegungsrichtung  gearbeitet wird.

Es entsteht keine zusätzliche Belastung, sondern eine Entlastung des schmerzenden Gewebes. Das „Prinzip der Gegenseite“ mit seinen Zilgrei-spezifischen Haltungen und Bewegungen bewirkt, dass das von Schmerzen geplagte und verkrampfte Gewebe in eine Stellung gebracht wird, in der es so weit entlastet ist, dass es das von sauerstoffbeladenem Blut besser aufnehmen und Schlacken besser abtransportieren
kann. Zilgrei ist  keine neue Art von Gymnastik, sondern eine heilende Therapie!

Eine Zilgrei-Bewegung/-Position wird mit der dynamogenen Atmung verbunden. Bei der einfachsten Anwendungsvariante einer Zilgrei-Selbstbehandlung wird in der schmerzfreien Position fünfmal mit den Pausen ein-und ausgeatmet.

Prinzip und Wirkung

Die Einatmung mit Vorwölbung des Bauches und Absenkung des Zwerchfells führt zu einer maximalen Entfaltung des Lungenvolumens.
Zwischen dem Sauerstoffangebot in den Alveolen (Ventilation) und der Durchblutung der Alveolarsepten (Perfusion), in denen der Gasaustausch stattfindet, kommt es in den Atempausen zu einem optimalen Gleichgewicht. Die mit Sauerstoff beladene Blutmenge erhöht sich.

Die langsame und mechanisch korrekt ablaufende Aus- und Einatmung schafft im Bauchraum rhythmisch verändernde Druckverhältnisse, die sich günstig auf die Bauchorgane auswirken, insbesondere auf Darm und Nieren. Oft kommt es von nur ein oder zwei Tagen zu vermehrten Ausscheidungen mit deutlich reinigender Wirkung und Normalisierung des Stuhlgangs.

In der gesamten Wirbelsäule aber kommt es zu lösenden Mikrobewegungen, da sich bei der tiefen Einatmung die Lordosen und Kyphosen leicht verstärken, bei der Ausatmung aber wieder abflachen. Gleichzeitig wird an den Ein- und Austrittstellen der Nervenbahnen ein leichter Reiz ausgeübt, der im Sinne einer Reiztherapie den gesamt Organismus stimuliert.

Nur die Einnahme einer entlastenden Haltung nach dem Prinzip der Gegenseite bewirkt allein kaum eine nachhaltige Schmerzreduktion. Die tritt erst dann ein, wenn   das Prinzip der Gegenseite mit dem Prinzip der Zilgrei dynamogenen Atmung gekoppelt wird. Für die Zilgrei dynamogene Atmung gilt das gleiche, was soeben über das Prinzip der Gegenseite gesagt wurde:

Für sich allein genommen erzielt auch sie nicht die überzeugende Wirkung, die Zilgrei erst durch eine Kombination beider Wirkmechanismen und deren praktische Umsetzung der beiden therapeutischen Prinzipien erreicht.

Zilgrei ist – gerade weil so einfach anwendbar – ein konkretes Werkzeug, mit dem jeder seinen eigenen Gesundheits- bzw. Krankheitszustand erfassen und durch kontinuierliche Anwendungen gezielt selbständig und positiv beeinflussen kann.

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